Das Picasso Museum

Tür, zum Meer gerichtet
  • Das Picasso Museum, an der Stelle der antiken Akropolis des griechischen Antipolis, befindet sich in einem römisches Castrum, welches Bischofssitz im Mittelalter war und bis 1608 von der Familie Grimaldi bewohnt wurde, welche dem Schloss seinen Namen gab. 1928 kaufte die Stadt Antibes das Schloss und wandelte es in ein Mueseum für Kunst, Geschichte und Archäologie um. 1946 ließ sich Picasso, welcher sich zusammen mit Françoise Gilot in Golfe Juan niedergelassen hatte, von Dor de la Souchère, dem Verwalter des Museums, dazu überreden, einen Teil des Schlosses als Atelier zu nutzen. Der Künstler verbrachte mehrere Monate auf dem Schloss und schuf dort eine Vielzahl von Werken.
  • Die ungewöhnlichen Techniken und Unterlagen, welche er benutzte (Bootsfarbe, Faserzement, Sperrholz...) zeugen vielleicht auch vom Mangel in der Nachkriegszeit, aber vor allem von seiner großartigen Bereitschaft, mit neuen Materialien zu experimentieren. Die Bilder, welche der Künstler dort schuf, drücken die volle Lebensfreude in einem Land mit neu gewonnener Freiheit aus.

  • Diese Bilder, in den Farben einer neu entdeckten Antike, zeugen außerdem von der Zärtlichkeit einer verliebten Frau, treuer Freundschaft und vom Licht einer ungewöhnlich ausgestatteten Region. Faune, Zentauren und andere mythische Figuren tragen so dazu bei, einen möglichen Garten Eden zu beschreiben, in dessen Zentrum die Blumenfrau Anmut, Harmonie und Lebensglück verkörpert. Die offizielle Einweihung des Picasso Museums im Jahr 1966 brachte eine ansehnlichen Zahl von Spenden. Später bereicherten weitere Spenden von Keramiken, Radierungen und Skulpturen in bedeutender Weise die anfängliche Sammlung. Die Dauerausstellung auf der Terasse des Picasso Museums zeigt eine bemerkenswerte Sammlung von Skulpturen von Germaine Richier, welche das menschlichen Dasein mit unruhigen und friedlichen Formen und speziellen mediterranen Merkmalen darstellen. Auch andere Künstler sind dort present: Miro erschuf eine imaginäre Figur, inspiriert von der Mythologie, welche er dem Mittelmeer widmete. Bernard Pagès errichtete eine Säule und wurde durch die Architektur und den Materialien des Schlosses inspiriert. Anne und Patrick Poirier greifen wie Picasso Themen aus der antiken Mythologie auf. Auf der letzten Etage des Museums, welche das Atelier von Picasso war, zeugen die Werke von Nicolas de Staël von dem Aufenthalt des Künstlers in Antibes (September 1954 bis März 1955). Dort mischen sich die besorgten und schmerzhaften Gefühle eines Mannes, welcher Opfer einer Einsamkeit ist. Es sind nur einige Zehner Meter von dem Platz, wo sie heute ausgestellt werden, dass seine Gemälde und Zeichnungen geschaffen wurden. Das Meer, die Möwen, die Boote sind die Objekte, welche der Künstler in seiner unermüdlichen Suche als Zeugen seiner Furcht oder seiner Hoffnungen nimmt.

copyright © 1998-2005, Centre International d'Antibes,all rights reserved
Das Museum Statue und Gemälde im Museum Tür, zum
Meer gerichtet